Lehrpfad

Der Lehrpfad im Ökotop Heerdt.

Durch den ökopädagogischen Lehrpfad soll die Entwicklung des Grünbereiches am Beispiel von vielen Biotopen, Anlagen und Einrichtungen veranschaulicht werden. Die Besucher können sich anhand von Schautafeln durch Kurztexte informieren. Regelmäßig finden einmal im Monat nach Absprache spezielle Führungen statt.

Informationstafel

Dieser kleine Pavillon, von Mitgliedern entworfen und gebaut, hat acht (okto) Seiten und acht Ständerbalken. Das Holz für diesen Bau ist vollständig recycelt. Es ist überwiegend Holz aus Transportpaletten, die nicht mehr gebraucht werden. Die Steine für den Fußboden stammen aus Bauschutt. Das Gründach wird nach und nach mit Sedumgewächsen bepflanzt, die ihren Feuchtigkeitsbedarf aus der Luft holen. Dieser Pavillon dient als Ruhe- oder Unterstellplatz, aber auch zur Information, für Spaziergänger und Mitglieder. Bitte sorgen Sie mit uns dafür, dass er so gepflegt bleibt.

Baujahr 1992
Holzständerkonstruktion, Wände aus Stampflehm (erdfeuchter Lehm vermischt mit Kieselsteinen, in versetzbarer Schalung gestampft). Weit überstehendes Dach, ursprünglich mit auf unserem Gelände angebautem, handgemähtem und selbst gedroschenem Roggenstroh. Wiederverwendete Tür und Sprossenfenster. Boden aus Ziegelmosaik. In der Lehmwand sind viele Bohrlöcher von Erdhummeln zu entdecken.

Diese Grasfläche wird für Spiele und Feste genutzt. Weil sie viel betreten wird, muss die Vegetation kurz gehalten werden. Durch die notwendige monatliche Mahd sterben die meisten Pflanzenarten bis auf bestimmte Grassorten (und Klee). Das Gras bildet so im Laufe der Zeit einen strapazierfähigen Rasenteppich.

Dieser gemeinsam genutzte Garten dient Vermehrung und Anzucht von Pflanzen, dem Erforschen ökologischer Zusammenhänge, der Demonstration von Einrichtungen zum Naturschutz.
Besondere Einrichtungen:
– Erdgewächshaus
– Regenwassersammelanlage
– Spezial-Biotope
– Bauerngarten
– Staudenbeete
– Trockenmauern und -terrassen
– Wallhecke
– Sitzplatz und Arbeitsbereich

Totes Holz ist ein wertvoller Lebensraum für viele Tiere, Pflanzen und Pilze. Es bietet Verstecke und Futter für viele Tierarten (Vögel, Amphibien, Insekten, Spinnen, Asseln usw.). Moose und kleinere Pflanzen überwachsen das Holz, und Pilze durchwirken es mit ihrem Myzel (Pilzfäden). So verrottet das Holz über mehrere Jahre, gelangt über den ökologischen Kreislauf wieder in den Boden zurück und bildet hier die Grundlage für neues Leben.

Unser besonderes Modell
Die bekannteste Art, Regenwasser zu sammeln, ist die, unter einen Dachrinnenablauf eine Wassertonne zu stellen und somit die Dachfläche als Auffangfläche zu nutzen. Die Verbindung mehrerer Regentonnen untereinander oder der Einsatz eines Erdtanks erhöht die Lagerkapazität. Meist hat man einen Gartengeräteschuppen, dessen Dachfläche man zum Sammeln von Regenwasser nutzt.

Wir haben nun einen Schuppen extra zum Sammeln von Regenwasser gebaut, in dem „auch noch“ Gartengeräte gelagert werden können. Die Funktionsweise unseres „Regenwassersammlers“ ist einfach und nahezu wartungsfrei. Über einen Trichter im Schuppen, der in einem mit Brettern verkleideten Holzgestell aufgehängt ist, fließt das Regenwasser in einen Erdtank. Blätter und andere Feststoffe werden durch ein Sieb aufgefangen, das sich im „Domschacht“ des Tanks befindet. Ein Schlauch führt zu einer Handschwengelpumpe außerhalb des Schuppens, mit deren Hilfe das Regenwasser entnommen wird.

Wir haben den „Regenwassersammler“ im Juli 2020 in Betrieb genommen und hoffen, dass uns sehr bald eine ausreichende Menge von Regenwasser zur Bewässerung zur Verfügung stehen wird!

Text, Zeichnung und Foto: Jürgen Wallney

FÄRBERGARTEN

Diese Pflanzen sind Ausgangsmaterialien zum Färben von Schafwolle, Seide und Baumwolle. Je nach Pflanze erfolgt die Herstellung des Farbsuds nach unterschiedlichen Rezepten. Blätter, Blüten, Samen, Rinde, Schale oder Stiele werden gepresst, gewässert, gedämpft, erhitzt oder aufgekocht. Die natürlichen Pflanzenfarben werden heute größtenteils durch synthetische Farben verdrängt.

DUFTGARTEN

Ursprung der Pflanzendüfte sind ätherische Öle, von denen uns ca. 3000 bekannt sind. Mit ihnen locken die Pflanzen Bestäubungsinsekten an, wehren Fressfeinde ab oder verringern an heißen Tagen die Verdunstung an ihren Blattoberflächen. Duftende Pflanzenteile sind je nach Art: Blüten, Blätter, Früchte, Fruchtschalen, Holz, Rinde, Wurzeln, Harze und Balsame.

HEILKRÄUTERGARTEN

Die Anwendung von Heilkräutern hat in der Volksmedizin eine jahrtausendealte Tradition. Wirksame Pflanzenteile sind je nach Kraut verschieden. Bei Minzen und Melissen sind es die Blätter, bei der Ringelblume und der Kamille die Blüten, beim Baldrian Wurzeln und Blüten, bei Kümmel und Fenchel die Samen usw.

KRÄUTERSPIRALE

Sie bietet auf ca. 2m² unterschiedlichste Standorte für verschiede-ne Kräuter. Im oberen Bereich stehen trockenheitsliebende Arten wie Thymian und Salbei, weiter unten Arten mit höherem Feuchtigkeits- und Nährstoffbedarf wie Pimpinelle oder Petersilie und im „Feuchtgebiet“ z.B. Brunnenkresse und Wasserminze. Ihre Himmelsausrichtung ist so gewählt, dass die feuchten Bereiche zum schattigen Norden und der größte Trockenbereich nach Süden zeigen. Der Kern der Spirale besteht aus kalkhaltigen Schotter oder Schutt, die Mauer aus wiederverwendeten Ziegelsteinen und die Bodenabdeckung aus magerer Erde.

In diesem kleinen zu Sonne ausgerichteten Garten sind Pflanzen zu sehen, die für Schmetterlinge und ihre Raupen lebenswichtig sind. Viele einheimische Schmetterlingsarten sind vom Aussterben bedroht, da ihre Futterpflanzen immer mehr zurückgedrängt werden. Jeder noch so kleine Garten kann durch ein Angebot von Raupenfutter- und Nektarpflanzen mithelfen, unsere heimischen Schmetterlinge zu retten.

Zur Vorbereitung des eigentlichen Kompostierens werden in fünf großen gemauerten Boxen die Ausgangsmaterialien gesammelt:
– organische Haus- und Gartenabfälle der Gartenpächter und Bewohner des Ökotops
– grobes Material zur Förderung der Rotte durch Belüftung und Gasaustausch (vor und nach dem Schreddern)
– und Mist als Stickstofflieferant

Bei einer Wurzelraumklärung durchfließen die Abwässer einen von Röhrichtpflanzen durchwurzelten Boden. Im Zusammenspiel von Pflanzen, Boden und darin lebenden unzähligen Mikroorganismen werden die organischen Schmutzstoffe wirksam abgebaut. Die Abwässer werden zunächst in einem Absetzbecken gesammelt, wo die enthaltenen Grobstoffe absinken. Von dort fließen sie über Sickerleitungen zur biologischen Klärung in den Wurzelraum des mittleren Beckens. Das saubere Wasser wird schließlich im Schönungsbecken gesammelt. In unserer Anlage wird es durch eine von Solarzellen betriebene Pumpe hochgepumpt und in den Teich geleitet.

Kompostmiete

Hier kann von allen Seiten Luft an das organische Material, wodurch es schnell und gut verrottet. Eine frei liegende Miete wird 1,50 bis 2 m breit, bis 1,50 m hoch und beliebig lang (je nach verfügbaren Material) aufgesetzt. Um eine entsprechende Wärmeentwicklung und somit Verrottung zu garantieren, liegt die Mindestgröße bei 3m3. Durch den direkten Bodenkontakt können die Bodenlebewesen und besonders die Regenwürmer zu- und abwandern.

Kleinkomposter

Hier werden verschiedene Typen von Kleinkompostern vorgestellt und von uns getestet. Kompostierung ist aktiver Umweltschutz. Biologischer Gartenbau ohne Komposterde ist undenkbar. Handelsübliche Kleinkomposter aus Kunststoff oder Holz können für kleine Gärten eine geeignete Alternative zu den üblichen Kompostmieten sein. Nach verschiedenen Systemen können hier auf kleinstem Raum organische Abfälle in kurzer Zeit verrotten. Der gewonnene Kompost reichert den Boden mit Humus an, versorgt die Bodenstruktur und aktiviert das Bodenleben.

 

Die kleine, überdachte Einrichtung ist eine Überlebenshilfe für Kleinsäuger und wirbellose Tiere. Außerdem bietet sie Igeln einen Winterschlafplatz im Totholzhaufen und Wühlmäusen ein Tagesversteck zwischen besonnten Steinen. In den Bohrlöchern der Hartholzstücke finden Wespen und Wildbienen eine Brutstätte für ihre Larven. Spinnen entdecken in den Ritzen der Lehmwand einen warmen Platz zur Eiablage, Käfer eine Möglichkeit zum Überwintern im rissigen Holz u.a.m.. So dient die „Arche“ der Förderung der Artenvielfalt im Naturgarten und unterstützt das ökologische Gleichgewicht.

Dieser Name bezeichner die traditionelle Form des Obstanbaus, bei der sogenannte Hochstämme verschiedener Obstarten und -sorten, Alters- und Größenklassen auf Grünland stehen und den Eindruck vermitteln, als ob die Bäume zufällig über die Wiese „gestreut“ seien. Die Wiesen zeichnen sich durch einen großen Artenreichtum sowohl an Pflanzen als auch an Tieren aus. 3.000 verschiedene Tierarten können in gewachsenen Streuobstbeständen leben.

Bienen gehören zu den ältesten Haustierarten. Sie bilden je nach Jahreszeit Staaten zwischen 10.000 und 80.000 Tieren. Das Volk besteht zum größten Teil aus Arbeiterinnnen, einer Königin (einziges fruchtbares Weibchen) und wenigen Drohnen (Männchen). Bienen geben uns Honig, Pollen, Wachs, Kittharz, Gelée royale und Bienengift (als Heilmittel). Wichtig sind Bienen auch als Bestäuber unserer Blütenpflanzen, Beerensträucher und Obstbäume.

Alle Gartenrundlinge sind zur Hälfte von Wällen umgeben. Der Wallkern wurde aus Kalkschotter, Magererde und Bauschutt angelegt. Der äußere Bereich ist mit Mutterboden abgedeckt und mit Sträuchen bepflanzt. Die Wälle sind u-förmig nach Süden hin geöffnet, so dass der Innenbereich zu den Gärten hin von der Sonne erwärmt wird. Der Gesteinskern der Wälle speichert die Wärme und strahlt sie in der Nacht wieder ab. Daraus ergibt sich der „Sonnenfallen Effekt“, der das Mikroklima in den Gärten verbessert. Darüber hinaus ergibt sich am Innenhang ein besonders warmer und trockener Standort, der z.B. durch den Anbau von wärmeliebenden Kräutern nutzbar ist.

Seit 1990 entsteht hier eine Wildblumenwiese. Die Pflanzengemeinschaft einer Dauerwiese entfaltet sich auf mageren, nährstoffarmen Böden in möglichst freier und sonniger Lage. Eine Mahd erfolgt ein- bis zweimal im Jahr nach der Aussamung. Das Mähgut wird abgetragen, um so eine Ausmagerung des früher landwirtschaftlich genutzten Bodens zu erreichen. Auf diese Weise entsteht im Laufe von ca. 10 Jahren eine stabile Pflanzengesellschaft. In solchen selten gewordenen Blumenwiesen werden bis zu 1500 verschiedene Arten von Insekten, Spinnen und sonstigen Kleinlebewesen festgestellt.

Der fruchtbare Oberboden ist hier abgetragen. Sandige und kieshaltige Schichten wurden freigelegt. In diesen Schichten versickert Wasser sofort. So ergibt sich ein besonders trockener und magerer Standort, auf dem nur anspruchlose Pflanzen siedeln können. Die Besiedelung erfolgt spontan, also über Samenflug und Sameneintrag. Die steilen, vegetationslosen Randbereiche dienen vielen Insektenarten wie z.B. Sandbienen als Lebensraum.

Hier, auf der Randzone im (Süd-) Westen unseres Geländes, entsteht ein Mischwald. Dieses Gebiet wird nach der Leitbepflanzung mit heimischen Gehölzen und dem dazugehörigen Unterwuchs ganz der Natur überlassen, wird nicht gepflegt und nicht betreten. Es entsteht so seit dem Jahr 2000 im Laufe der Zeit ein „Urwald“ als ein notwendiges Rückzugsgebiet für Pflanzen und Tiere.

Rückzugsbereich für Tiere
Hier im Nordwesten des Geländes liegt eine etwa zwei Hektar große Brachfläche, der Heerdter Busch. Hier entsteht ein System aus unterschiedlichen Biotopen, das nicht durch Wege durchzogen ist und somit weitgehend von Menschen nicht mehr betreten werden kann. Es dient als Rückzugsmöglichkeit für die Tiere und als Ausgleichsfläche. Im Süden wird das Gelände durch einen breiten Gürtel aus Heckenpflanzen abgegrenzt, die mit Totholzhecken ergänzt werden, um Spaziergänger und Hunde aus dem Gelände fernzuhalten. Hinter dieser Randzone entsteht seit einigen Jahren eine Eichen- und Buchen-Waldgesellschaft durchmischt mit Pappeln und Wildobstsorten. Im Zentrum dieser dichten Waldbepflanzung verbleibt eine Fläche unbepflanzt, die für Bodenbrüter wie Fasane, Rebhühner, Heckenbraunellen, usw. zur Verfügung steht.

Stauden sind mehrjährige, oft über Jahrzehnte ausdauernde krautige Pflanzen. Hochstauden werden bis zu 2 m hoch. Im Ökotop Heerdt sind große Flächen für diese wichtigen artenreichen Lebensräume reserviert. Vor allem säumen sie in einem mehrere Meter breiten, girlandenartig begrenzten Streifen alle Wallhecken. Sie sind Nahrungsquelle, Rückzugs- und Brutgebiet für manche Vögel (u.a. Rebhühner, Fasanen), kleine Säugetiere (u.a. Hasen, Kaninchen), Amphibien, Reptilien und für zahlreiche Wirbellose.

Der anfallende Gehölzschnitt wird lose zu einer Gestrüpphecke aufgeschichtet, die mit Kraut einwächst und bereits im ersten Jahr einen Lebensraum für viele Tiere bietet. Nach Jahren entsteht durch unverdaute Samen im Vogelkot eine dichte lebende Hecke mit heimischen Gehölzen, die für Vögel und kleine Säuger besonders nützlich ist. Das ursprünglich aufgeschichtete Gestrüpp vermodert mit der Zeit und versorgt die junge Hecke mit notwendigen Nährstoffen.

In diesem Nutzgarten wird in Gemeinschaftsarbeit der PächterInnen nach ökologischen Prinzipien gegärtnert. Durch den Anbau in Mischkultur wird die Vielfalt regionaler Gemüsearten gefördert und ein respektvoller Umgang mit Lebensmitteln umgesetzt. Das Betreten des Gartens ist nur durch Erlaubnis der Pächter gestattet. Wir bitten um Rücksichtsnahme

Hier ist auf kleinem Raum ein Natur-Erlebnisbereich entstanden. Im Zusammenspiel von menschlichen Vorgaben und einfühlsam begleiteter Natur hat sich mit der Zeit ein reiches Erfahrungsfeld der Sinne entwickelt. Den Ausgang bilden kleinzellige und vielseitige Strukturen, die offen bleiben sollen für immer neue fantasievolle Veränderungen.

Der Fachwerkständerbau aus alten Telegraphenmasten und gebrauchten Holzbalken erhielt zur Dämmung der Bodenfeuchtigkeit einen Sockel aus Pflastersteinen. Die Gefache bestehen aus wiederverwendeten Latten und Weidenruten, darüber Lehmbewurf, Kalkputz und Kalkanstrich. Auf dem Dach wachsen verschiedene Dickblattgewächse über einer Dichtung aus Teerpappe und Folie. Das Gebäude wird als Schuppen und Werkstatt genutzt.

2019 hat eine Arbeitsgruppe des Ökotops damit begonnen, diesen Bereich neu zu gestalten. Innerhalb der Kreisfläche haben wir ein Rankgerüst für Hopfen errichtet, auf einem Viertel der Fläche bauen wir Gerste an, und im Herbst soll das erste Bier gebraut werden. In der Mitte haben wir Wein gepflanzt und die restliche Fläche ist Gründüngung und insektenfreundlichen Blütenpflanzen vorbehalten. Gleichzeitig experimentieren wir hier damit, wie wir mit der immer mehr zur neuen Normalität werdenden Frühjahrstrockenheit umgehen können, indem wir beispielsweise den Heckenschnitt als Mulch verwenden. Ausserhalb der Kreisfläche zum Weg hin haben wir verschiedene
Beerensträucher und Spalierobst gepflanzt, das wir im Sinne einer
essbaren Stadt der vorbeispazierenden Bevölkerung zur Selbstbedienung
anbieten.

Dieser Teich ist nicht nur ein wichtiger Lebensraum, sondern dient auch als Sonnenreflektor. Die reflektierten Sonnenstrahlen fallen im Winter auf den Glasanbau und bewirken einen Temperaturanstieg im Inneren. Im Sommer wird der Wasserspiegel beschattet. Zur Sicherheit (Ertrinkungsgefahr von Kleinkindern) wurde die Tiefe auf 30 cm beschränkt und ein Flechtzaun angelegt. Regenwasser vom Dach wird zusätzlich in den abgedichteten Teich geleitet.

Eine Trockenmauer wird ohne Mörtel lose aus Steinen aufgeschichtet. Zur Stabilisierung wird sie leicht nach innen geneigt. An manchen Stellen werden die Steine mit einer dünnen, mageren Erdschicht verbunden, doch bleiben viele Hohlräume. So entstehen spezielle, in unserem Gelände sonst fehlende Pflanzenstandorte und Schlupfwinkel für Tiere. Trockenmauern wirken ausgleichend auf das Kleinklima und sind Wasser- und Wärmespeicher.

Eine Wallhecke ist eine Heckenpflanzung auf einen vorher angeschütteten Wall. Die Anschüttung kann aus beliebigen lockeren Gesteinen bestehen. Auch Bauschutt kann hier wiederverwendet werden, darf aber keine giftigen Bestandteile enthalten. An der Oberfläche wird der Wall mit einer dünnen Schicht Gartenerde abgedeckt.

Die Wallhecken im ÖKOTOP HEERDT wurden auf etwa 1m hohen Wällen angepflanzt. Sie haben sich vor allem als Schutz der Gartenrundlinge (vgl. Stichw. Rundlinge) sehr bewährt. Sie bieten den Gärten Wind- und Sichtschutz, dienen als „Sonnenfalle“ (vgl. Stichw. Sonnenfalle) und bilden eine gleitende Grenze der Gärten zum Wildgelände mit seinen verschiedenen Biotopen.

Die miteinander vernetzten Hecken (vgl. Stichw. Vernetzung) bilden gut funktionierende Lebensräume, geben Nahrung und Schutz für viele Arten von Kleintieren.

Hier bündelt sich, was das Ökotop Heerdt zum Erhalt und Ausbau benötigt: – eine Werkstatt für kreatives Handwerken – Werkzeuge und leichte Maschinen für die Landschaftspflege – Lagerraum für Rohmaterial und Baustoffe Die Menschen, die an diesem Ort eigenbestimmt arbeiten, achten darauf, dass alle Materialien ökologisch unbedenklich und – wenn möglich – wiederverwendbar sind.

Der Fachwerkständerbau aus gebrauchten Holzbalken erhielt zur Dämmung gegen Bodenfeuchtigkeit einen Sockel aus Pflastersteinen. Die Gefache bestehen aus wiederverwendeten Latten mit Weidenflechtwerk, darüber Lehmbewurf, Kalkputz und Kalkanstrich. Das Gebäude wird als Werstatt genutzt.